Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel

Mitarbeitergewinnung und -bindung leicht gemacht
Montag, 7. August 2017

Um dem drohenden Fachkräftemangel im Pharmaaußendienst entgegenzuwirken, muss insbesondere die Ansprache der jungen Talente mehr in den Fokus rücken. Dies kann gelingen über ansprechende Stellenanzeigen und starke Webauftritte auf Arbeitgeberbewertungsplattformen sowie über ein zielgruppenspezifisches Hochschulmarketing. Benefits müssen für Bewerber ebenso transparent sein wie anerkannte Prüfsiegel, welche das Image des Unternehmens stärken. Es gilt aufzufallen, sich von der Konkurrenz abzuheben und so den Nachwuchs zu begeistern.

Der erste Eindruck zählt

Ein häufig unterschätztes, aber sehr wichtiges Mittel, um direkt auf sich aufmerksam zu machen, ist die Stellenanzeige als solche. Hier gibt es einiges zu beachten: Weil der erste Eindruck zählt und die ersten Sekunden entscheiden, ob sich potentielle Bewerber weiter mit dem Jobangebot beschäftigen, muss bereits das Layout ansprechend und professionell gestaltet sein – idealerweise im Corporate Design: Farben, Schriftart und Schriftgröße sind dabei ebenso zu berücksichtigen wie das Firmenlogo. Wie so oft ist weniger manchmal mehr: Reduzierter Text mit Freiräumen ist vor allem für die mobile Nutzung, welche der Nachwuchs – und damit die Zielgruppe – bevorzugt, empfehlenswert. Besonders attraktiv können außerdem die Benefits sein, denn wer eine tolle Unternehmenskultur, Freigetränke, Sportprogramme oder ein überzeugendes Gehaltsmodell bietet, rückt fast automatisch in das Interesse der potentiellen Bewerber. Nähe und Emotionen können in der Stellenanzeige zudem durch entsprechende Bilder geweckt werden, wobei das Motiv zur Zielgruppe passen und/oder die Aufgabe der gesuchten Berufsgruppe zeigen sollte. Beherzigt das Unternehmen diese zielgruppengerechte Ansprache, ist bereits der erste Schritt getan.

Direkte Ansprache des Nachwuchses

Eine weitere Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen, ist das Hochschulmarketing. Auf diese Weise erreicht man seine Zielgruppe ohne Umwege und geht aktiv auf diese zu. Das kann ganz unterschiedlich aussehen: Von Vorträgen im Rahmen von Seminaren, Veranstaltungen oder Hochschulmessen über konventionelle Werbeanzeigen im Gebäude bis hin zu Artikeln im Hochschulmagazin oder Stellenangeboten im hochschulinternen Jobportal kann das Unternehmen die volle Marketingpalette ausschöpfen. Auf Messen oder in Seminaren hat der Nachwuchs zudem den nicht unerheblichen Vorteil, direkt einen Ansprechpartner für das Beantworten seiner offenen Fragen zu haben. Spezielle Angebote vonseiten der Unternehmen wie z.B. die gemeinsame Durchsicht des Lebenslaufes schaffen einen Erstkontakt und bleiben positiv in Erinnerung. Man kommt ins Gespräch – und idealerweise bleibt man im Gespräch. Zwar werden Hochschulabsolventen mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt in der Branche als eine vielversprechende Bewerberzielgruppe erkannt, eine direkte Ansprache und Förderung fand in der Vergangenheit jedoch kaum statt. Um das zu ändern, hat sellxpert das „Young Talents Programm“ ins Leben gerufen.

Erfolgsfaktor Mitarbeiterbindung

Ist der geeignete Kandidat gefunden und hat sich dieser im Arbeitsalltag bewährt, kann sich das Unternehmen allerdings noch lange nicht ausruhen – vor allem dann, wenn der Markt ohnehin hart umkämpft ist und Fachkräftemangel droht. Personalbindung kann aber auch bereits vor der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags beginnen, z.B. über die Beziehungspflege zu Praktikanten, Hochschulabsolventen o.ä. Auch die Benefits, welche bereits in der Stellenanzeige oder im Einstellungsgespräch thematisiert werden, können das Personal zum Bleiben motivieren. Besonders wertvoll ist eine professionelle Einarbeitung oder gar das Bereitstellen eines Paten. Diese Maßnahmen helfen den Nachwuchskräften nicht nur bei der fachlichen Entwicklung. Sie werden auch automatisch von Beginn an intensiver betreut und in das Team integriert, wodurch ihr Gefühl von Wertschätzung zunimmt und etwaige Zweifel abnehmen. Die fachliche Entwicklung kann auch mithilfe von Schulungen gefördert werden: Neu erworbenes Wissen bringt nicht nur den Mitarbeiter in seiner Karriere weiter, auch das Unternehmen profitiert davon. Während mittels externer Schulungen neue Sichtweisen geweckt werden können, haben interne Schulungen den Vorteil, maßgeschneidert auf die individuellen Bedürfnisse des Mitarbeiters und dessen Aufgaben sowie die des Unternehmens einzugehen. Fortbildungen oder ein Aufbaustudium sind weitere Möglichkeiten des Arbeitgebers, den Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. sellxpert hat 2010 eine Akademie gegründet, durch welche die Mitarbeiter im Pharmaaußendienst regelmäßig geschult werden können – Zusatzangebote wie die IHK-zertifizierte Ausbildung zum „Kommunikationsmanager Healthcare“ runden das Angebot ab. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Bereitschaft zu bleiben ist das Betriebsklima, denn Kollegenzusammenhalt trägt maßgeblich zur allgemeinen Zufriedenheit am Arbeitsplatz bei. Die Arbeitsatmosphäre kann gefördert werden mithilfe von gemeinsamen Aktivitäten, Veranstaltungen wie z.B. einer Sommer- oder Weihnachtsfeier, Workshops, einer Kantine oder einem Pausenraum – und nicht zuletzt durch eine offene Kommunikation.

Bewertungsplattformen und Prüfsiegel gezielt nutzen

Einen Eindruck von der Unternehmenskultur können sich Bewerber vorab auf sogenannten Arbeitgeberbewertungsplattformen bilden. Dort können aktuelle und ehemalige Mitarbeiter ihre persönlichen Erfahrungen festhalten und Auskunft geben über das allgemeine Betriebsklima, das Vorgesetztenverhalten, die Benefits, Aufgaben, Kommunikation, Karriere sowie Work-Life-Balance, u.v.m. Außerdem werden die einzelnen Bereiche bewertet, wodurch sich eine Gesamtwertung ergibt. Während diese für weniger angesehene Unternehmen eine öffentliche Abstrafung bedeuten kann, können wiederum andere, welche ein hohes Ansehen bei ihren Mitarbeitern genießen, von ihrer Bewertung profitieren und das Ranking als kostenlose Werbung für ihre Außenkommunikation nutzen: Sei es in Stellenanzeigen durch Verweise auf die jeweilige Plattform oder auf der Website durch einen entsprechenden Link. Für besonders gut bewertete Unternehmen gibt es Auszeichnungen wie „Top Company“ oder „Open Company“ in Form kleiner Bilder, welche öffentlichkeitswirksam verwendet werden können. Ganz allgemein sind Auszeichnungen und Preise eine gute Werbung, um Vertrauen auf- und Zweifel abzubauen – auch bei Bewerbern. Anerkannte Prüfsiegel verstärken diesen Effekt. Ein weiterer Vorteil ist, sich auf diese Weise von der Konkurrenz abzuheben und so die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. sellxpert hat in diesem Jahr als deutschlandweit erster Personaldienstleister ein ganz besonderes Prüfsiegel erhalten und darf sich nun offiziell „Ausgezeichneter Arbeitgeber“ nennen. In einem Audit vor Ort hat TÜV Rheinland alle Prozesse des Personalwesens beleuchtet und diese auf Basis der Anforderungen, die der Standard „Ausgezeichneter Arbeitgeber“ stellt, auf Herz und Nieren geprüft. Um einen detaillierten Eindruck vom Personalmanagement zu gewinnen, wurden auch Mitarbeitergespräche geführt. Ebenso spielten Themen wie Ausbildung, Karriereförderung, Organisation und Unternehmenskultur eine wichtige Rolle. Letztere wurde von den Auditoren besonders positiv hervorgehoben, was sellxpert gerne als Bestätigung der gelebten Firmenwerte sieht. Mindestens genauso wertvoll ist die Außenwirkung des Prüfsiegels: So macht die TÜV-Zertifizierung „Ausgezeichneter Arbeitgeber“ die Personalarbeit von sellxpert auch für Pharmakunden und Bewerber transparent und kann insbesondere letzteren als erste Orientierung bei der Jobsuche dienen.

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In: Pharma Relations 08/2017