Personaldienstleister als Berufseinstieg

Berufseinstieg leicht gemacht
Montag, 10. November 2008

Personaldienstleister werden für die Pharmabranche immer wichtiger und damit auch für Hochschulabsolventen. Nicht nur im Außendienst und im Marketing, den personalintensivsten Bereichen, setzen Pharmaunternehmen verstärkt auf projektweise gemietete Teams. Auch in der Forschung ist der Auslagerungstrend zu beobachten.

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„Alle Beteiligten ziehen ihre Vorteile aus dem Dreiecksverhältnis“,bestätigt auch Dr. Silke Schirrmacher. Die heute 35-jährige Biologin heuerte nach ihrer Promotion bei der sellxpert GmbH & Co. KG aus Bruchsal an. Der Dienstleister vermittelt Kunden vor allem Pharmaberater und -referenten und unterstützt sie bei der Suche nach Außendienstlern, Führungskräften und Wissenschaftlern. Schirrmacher konnte sich erst nicht mit dem Gedanken anfreunden, bei einem Dienstleister einzusteigen schaute sich mangels Alternative aber doch verschiedene an. sellxpert hat mich letztlich überzeugt. Außerdem war das angebotene Projekt im Fachaußendienst eines mittelständischen Betriebs spannend, berichtet sie. Der Betrieb ging kurz danach in der Essex Pharma GmbH auf, doch ihr Job blieb erhalten.

Als Einsteigerin weiß sie die Annehmlichkeiten von Dienstwagen, Laptop, Technik fürs Home-Office und vor allem die Sicherheit einer Festanstellung zu schätzen. Und dass sie nicht jedes Projekt annehmen muss. Sagen mir Firma oder Fachgebiet nicht zu, kann ich, ohne zu kündigen, etwas Neues ausprobieren, sagt sie. Der entscheidende Vorteil aber sei die Möglichkeit, einen potentiellen Arbeitgeber vor einer festen Bindung zu prüfen. Was umgekehrt genauso gilt: Auch die Kundenunternehmen nutzen den Vorteil, sich ausgeliehene Mitarbeiter erst einmal unverbindlich anzuschauen. Wer gefällt und sich bewährt, bekommt dann nicht selten ein Jobangebot.

Silke Schirrmacher ist im Raum Aachen unterwegs und berät Gynäkologen. Den Ärzten stellt sie sich als Essex-Mitarbeiterin vor. Ich vertrete vier Präparate zur Verhütung und Hormonbehandlung. Darüber führe ich mit den Ärzten Fachgespräche, kläre ihre Fragen, suche Rat in unseren Fachabteilungen, wo ich nicht weiter weiß, oder betreibe eigene Literaturrecherche, beschreibt sie ihre Aufgaben. Zudem ist sie erste Ansprechpartnerin der Ärzte, wenn Patienten Nebenwirkungen bei der Einnahme von Präparaten beklagen. Solche Meldungen werden sofort überprüft und finden stets Eingang in die Beipackzettel der Medikamente.

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Quelle: FAZ Hochschulanzeiger, Ausgabe 99, Nov. 2008, S. 66