Sei doch mal innovativ: Von der Idee zum Erfolg

Sei doch mal innovativ: Von der Idee zum Erfolg
Dienstag, 2. August 2016

Die Innovationsfähigkeit trägt maßgeblich dazu bei, ob ein Unternehmen erfolgreich ist. Oder wie es Produkt- und Organisationsentwickler Stefan R. Munz auf den Punkt bringt: „Innovation ist keine Garantie gegen das Scheitern, aber ohne Innovation ist das Scheitern garantiert.“ Doch neue Ideen entstehen nur selten einfach zufällig. Um langfristig innovativ sein zu können, spielt die Unternehmenskultur eine wesentliche Rolle.

In einer sich schnell verändernden Umwelt sind neue Ideen für Unternehmen überlebenswichtig. Als innovativ kann die Idee dann bezeichnet werden, wenn daraus Produkte oder Dienstleistungen hervorgehen, die es in dieser Form auf dem Markt noch nicht gibt. Der Innovationsgrad reicht dabei von gänzlichen Neuheiten bis hin zu Produkten, die an bereits Vorhandenes anknüpfen. Dabei gilt: Je größer der Innovationsgrad, desto höher sind oftmals auch die Gewinnchancen – allerdings auch das Verlustrisiko. Ob und in welchem Ausmaß Innovationen generiert werden können, hängt maßgeblich von den Humanressourcen eines Unternehmens ab. Dem Mitarbeiter mit seinen Fähigkeiten und seiner Kreativität kommt somit eine Schlüsselrolle zu. Als Kreativität kann in diesem Kontext die Eigenschaft verstanden werden, Ideen zu generieren, die neuartig und zugleich für das Unternehmen verwertbar sind.

Kreative Mitarbeiter sind zwar eine wichtige Grundvoraussetzung, mit ihnen alleine bleiben Innovationen jedoch oftmals ein Zufallsprodukt. Um wirklich nachhaltig innovativ sein zu können, muss das Unternehmen als Ganzes beteiligt sein. Und das kann nur gelingen, wenn die Begeisterung für Neuheiten von oben vorgelebt und Ideen gezielt gefördert und unterstützt werden. Zwar lassen sich Innovationen nicht vorausplanen, durch das Management können jedoch die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um neuen Ideen den Weg zu bereiten und in die richtigen Bahnen zu lenken.

Mut zu neuen Wegen

Einen großen Einfluss auf die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens hat das Wertesystem. Haben Management und Mitarbeiter dieses verinnerlicht, wird es zur Handlungs- und Entscheidungsgrundlage für das gesamte Unternehmen und trägt diese Identität auch nach außen. Das Wertesystem kann somit die Basis einer Unternehmenskultur sein, die neue Ideen und Kreativität fördert. Ein Aspekt ist dabei die Anerkennung und Honorierung von Leistungen in diesem Bereich. Es liegt auf der Hand, dass Anreize einen großen Einfluss darauf haben, ob Mitarbeiter ihre Zeit und Energie aufwenden, um neue Ideen zu entwickeln. Hierzu zählen sowohl finanzielle als auch nicht-materielle Komponenten wie zum Beispiel besonders herausfordernde Aufgaben oder persönliche Freiräume. Besonders motivierend wirken Anreizsysteme, die die individuellen Präferenzen der Mitarbeiter berücksichtigen.

Das Wertesystem bestimmt im umgekehrten Fall auch, wie im Unternehmen mit Scheitern umgegangen wird. Denn die Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen birgt auch immer ein gewisses Risiko. Wie im Falle von Misserfolgen im Unternehmen reagiert wird, entscheidet darüber, ob Mitarbeiter überhaupt den Mut dazu haben, Neues auszuprobieren. Eine Unternehmenskultur die Innovation fördert, lässt Fehler in einem gewissen Rahmen zu, um daraus zu lernen. Ganz nach dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

Autonomie versus Kontrolle

Ein Spannungsfeld, in dem sich das Management bei der Förderung von Kreativität bewegt, ist das Verhältnis von Autonomie und Kontrolle. Dieses ergibt sich dadurch, dass zum einen für kreative Prozesse ein hohes Maß an Freiraum notwendig ist. Und das gilt sowohl in Bezug auf die zur Verfügung stehende Zeit als auch den tatsächlichen physischen Raum. Zum anderen muss aber auch die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens gewährleistet werden. Um hier eine gute Balance zu finden, bietet sich eine Kombination aus Selbst- und Fremdorganisation an. Dabei werden zum Beispiel  im Rahmen eines Projekts die wichtigsten Eckdaten wie Budget und Zeitplan vorgeben. Die Art und Weise der Ausführung bleibt aber den Teammitgliedern überlassen. Sinnvoll sind hierbei auch einige grundlegende Regeln der Zusammenarbeit, die als gemeinsamer Orientierungsrahmen dienen. Die Kontrolle beschränkt sich somit auf ein Minimum und lässt den nötigen Freiraum für die Entwicklung von Ideen. Ausgangspunkt ist dabei das gegenseitige Vertrauen und der Teamgedanke mit dem Bewusstsein, gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Ob und inwieweit Kontrolle und Unterstützung notwendig sind, richtet sich dabei auch nach den jeweiligen Bedürfnissen des einzelnen Mitarbeiters. Je nach Erfahrungshintergrund und Fähigkeiten, sind unterschiedlich Maßnahmen notwendig, damit diese ihr kreatives Potential frei entfalten können. Das beinhaltet auch eine kontinuierliche, individuell abgestimmte Fort- und Weiterbildung.

Ziele klar im Blick

Innovationen erfüllen keinen Selbstzweck, sondern sollen letztendlich den Markt- und Kundenbedürfnissen entsprechen. Diese Ausrichtung muss allen Beteiligten von Anfang an klar sein, sonst laufen neue Ideen schnell ins Leere und verfehlen ihr eigentliches Ziel. Unverzichtbare ist dabei der ständige Austausch mit den relevanten Gruppen. Eine Möglichkeit zur konsequenten Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Kunden ist es, diese direkt am Entwicklungsprozess zu beteiligen. Denn in einer immer komplexer werdenden Umgebung gehen innovative Lösungen nur noch selten allein von einem Unternehmen aus. Die Vernetzung, Kooperation und der Wissensaustausch mit Kunden, Partnerunternehmen sowie mit Experten aus der eigenen Branche und darüber hinaus werden zunehmend zu wichtigen Erfolgsfaktoren.

Ebenso wichtig, aber nicht immer selbstverständlich, ist der Austausch im Unternehmen. Nachhaltige Innovationsfähigkeit entsteht nicht aus einer einzelnen Abteilung heraus, sondern lebt von den unterschiedlichen Perspektiven und Denkweisen. Und dabei muss es durchaus nicht immer harmonisch zugehen: Bis zu einem gewissen Grad können Konflikte und Reibungspunkte die Kreativität sogar fördern. Abteilungsübergreifende Kommunikation und Projekte, in denen bewusst auf Diversität der Teammitglieder gesetzt wird, lassen also nicht nur Ideen sprudeln, sondern tragen auch zur Motivation und Begeisterung für Neues im Unternehmen bei. Erleichtert und unterstützt wird das abteilungsübergreifende Arbeiten durch technische Lösungen wie beispielsweise durch eine virtuelle Plattform, auf der sich die Mitarbeiter vernetzen und austauschen können.

Einmalige Innovationskultur

Die spezifischen Rahmenbedingungen zur Förderung von Innovationen sowie die Zusammensetzung der Mitarbeiter mit ihren Fähigkeiten, Erfahrungen und Hintergründen bilden die einzigartige Innovationskultur eines Unternehmens. Diese Kultur wird zwar von außen wahrgenommen und konkretisiert sich in einem innovativen Output. Sie kann jedoch von Außenstehenden bezüglich ihrer Wirkungsweisen nicht durchschaut und damit nicht kopiert werden.

Und an dieser Stelle schließt sich der Kreis: Gelingt es einem Unternehmen eine Innovationskultur zu schaffen und diese im Rahmen des Employer Branding nach außen zu kommunizieren, werden wiederum diejenigen potenziellen Mitarbeiter angezogen, die für die Aufrechterhaltung einer innovativen Unternehmenskultur notwendig sind.

In: Pharma Relations 08/2016